Pressemitteilung des Vereins demokratischer Ärzt*innen
05.03.2026 – Der Verein demokratischer Ärzt*innen unterstützt den angekündigten bundesweiten Schulstreik von Schüler*innen am 5. März 2026 gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht.
„Als Ärzt*innen in der Kinder- und Jugendmedizin sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie sehen wir mit Sorge, wie stark die aktuelle sicherheitspolitische Debatte junge Menschen belastet. Die Shell-Jugendstudie 2024 zeigt, dass eine große Mehrheit der Jugendlichen Angst vor Krieg in Europa hat. In unseren Praxen und Kliniken erleben wir, wie sich auch diese Ängste in Form von Zukunftssorgen, Schlafstörungen, depressiven Symptomen und erhöhter psychischer Belastung äußern“, so Julius Poppel, Co-Vorsitzender des vdää* und in Weiterbildung zum Kinder- und Jugendarzt.
Eine weitere Militarisierung der Gesellschaft verschärft diese Unsicherheit. Junge Menschen brauchen und wollen Perspektiven, soziale Sicherheit und politische Beteiligung – keine Drohszenarien und Pflichtdienste unter dem Eindruck geopolitischer Eskalation. Aus medizinischer Sicht ist Prävention auch Friedenspolitik: Schutz von Gesundheit bedeutet, Bedingungen zu schaffen, die die Gefahr des Krieges und deshalb Angst reduzieren und Resilienz fördern.
Allerdings geht es nicht nur um die Zukunft, die Wiedereinführung der Wehrpflicht findet nicht isoliert sondern im Rahmen der Militarisierung der gesamten Gesellschaft statt. Das bedeutet Einsparungen im Sozialstaat, Verarmung und Verelendung der Gesellschaft, die jetzt schon teilweise sichtbar und auch für manche Schüler*innen spürbar wird. Auch dies bedeutet eine noch düstere Zukunft für die nachfolgenden Generationen.
Wir stehen solidarisch an der Seite der Schüler*innen, die sich am 5. März 2026 für Frieden, Selbstbestimmung und demokratische Mitsprache einsetzen. Nachhaltige Sicherheit in Europa entsteht nicht durch Aufrüstung, sondern durch Diplomatie, Abrüstung und internationale Zusammenarbeit. Nur eine Politik der Entspannung und Entwaffnung schützt die körperliche und seelische Gesundheit der kommenden Generation.
Dr. Nadja Rakowitz, Pressesprecherin des vdää*




