vdää* zu den Finan­zen der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung

26.06.2026 – Gesund­heits­mi­nis­te­rin War­ken beklagt lt. Deut­schem Ärz­te­blatt, dass in der Debat­te um die geplan­ten Ein­spa­run­gen im Gesund­heits­we­sen die­je­ni­gen, die ein­zel­ne Spar­maß­nah­men ablehn­ten, sich „äußerst schwer“ damit täten, „belast­ba­re Gegen­vor­schlä­ge“ zu machen.

Selbst­ver­ständ­lich sind Alter­na­ti­ven, wie die soli­da­ri­sche Bürger*innen-Versicherung vor­han­den und lan­ge bekannt, das weiß auch die Gesund­heits­mi­nis­te­rin.

War­kens Aus­sa­ge reiht sich aber ein in die bis­he­ri­ge Tak­tik aus Über­rum­pe­lung und Ver­schleie­rung. Schon seit Beginn der Debat­te wird es so dar­ge­stellt, als wür­den die Kür­zungs­plä­ne alle Men­schen und Akteu­re tref­fen, sodass erwart­bar viel Gegen­wind auf­grund von Ein­zel­in­ter­es­sen auf­kommt. Und trotz­dem sei­en die Refor­men unum­gäng­lich und müss­ten gegen Wider­stand durch­ge­setzt wer­den – zum Woh­le aller.

Die mas­si­ven Kür­zun­gen und Mehr­be­las­tun­gen betref­fen aber vor allem die arbei­ten­den, kran­ken und armen Men­schen, wäh­rend die Pro­fi­te der Gesund­heits­kon­zer­ne unan­ge­tas­tet blei­ben und die Regie­rung durch die Ein­spa­run­gen im Sozi­al­staat ver­sucht, die Schul­den für Auf­rüs­tung beglei­chen zu kön­nen.

Genug Geld für eine wür­de­vol­le Gesund­heits­ver­sor­gung und erträg­li­che Arbeits­be­din­gun­gen ist in die­ser Gesell­schaft vor­han­den. Die Regie­rung steht nur auf der fal­schen Sei­te und schont die am meis­ten ver­mö­gen­den Men­schen und die Gesund­heits­kon­zer­ne.

Des­halb schlägt der vdää* vor: Frau War­ken, neh­men Sie die 16,3 Mrd. Euro, die Sie mit dem GKV-Bei­trags­satz­sta­bi­li­sie­rungs­ge­setz ein­spa­ren wol­len, aus dem Son­der­ver­mö­gen und über­wei­sen Sie es in den Gesund­heits­fonds. Sor­gen Sie dafür, dass der Bund die Kos­ten für die Bürgergeldempfänger*in-nen voll (also ca. 12 Mrd. Euro) über­nimmt und heben Sie die Ver­si­che­rungs­pflicht- und Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze min­des­tens auf 100.000 Euro im Jahr an, damit lie­gen sie immer noch unter­halb der Gren­zen der Ren­ten­ver­si­che­rung. So könn­ten die Bei­trags­sät­ze sogar sin­ken.

Ohne dass es die Men­schen mit nied­ri­gen Ein­kom­men belas­tet, könn­ten Sie so das Finanz­pro­blem der GKV fürs ers­te sozi­al und ohne Ket­ten­sä­ge lösen.

Wol­len Sie eine lang­fris­ti­ge sozia­le und sta­bi­le Lösung, dann füh­ren Sie eine soli­da­ri­sche Bürger*innenversicherung ein – mit der Ver­bei­tra­gung aller Ein­kom­mens­ar­ten, der Auf­he­bung von Bei­trags­be­mes­sungs- und Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze und der Abschaf­fung der Pri­va­ten Kran­ken­kas­sen.

Dr. Nad­ja Rako­witz, Pres­se­spre­che­rin des vdää*

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