Als Verein demokratischer Ärzt*innen setzen wir uns für eine gute bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung ein. Sorgetätigkeiten, die gesellschaftlich und strukturell abgewertet werden, sind für das Funktionieren unserer Gesellschaft unverzichtbar. Ihre Anerkennung muss sich auch in den Einkommen der dort Tätigen spiegeln.
In den vergangenen Tagen und Wochen haben wir mehrfach von Beschäftigten des Universitätsklinikum Jena von Einschränkungen des Streikrechts insbesondere durch Ärzt*innen erfahren. Berichte reichen von Maßregelungen über die gezielte Zuweisung von Patient*innen bis hin zu subtilen Druckmitteln, die darauf abzielen, Streikende an der Ausübung ihres Rechts hindern. Besonders in Bereichen wie Chirurgie, OP und Intensivmedizin, wo die Arbeitsbelastung ohnehin extrem hoch ist, wird das Streikrecht der Pflege oft als Störung des „Tagesprogramms“ dargestellt und nicht als legitimes Mittel zur Durchsetzung besserer Arbeitsbedingungen.
Wir demokratischen Ärzt*innen stellen uns klar und unmissverständlich auf die Seite der streikenden Beschäftigten und fordern: Freie Ausübung des Streikrechts; ohne Konsequenzen, ohne Repressalien
Die Pflege, der Krankentransport oder technische Assistenz sind keine „Unterstützungsberufe“, sondern ein unverzichtbarer, zentraler Teil des Gesundheitssystems. Schlechte Arbeitsbedingungen gehen zu Lasten guter Pflege und damit zu Lasten guter Gesundheitsversorgung. Die Forderungen der Beschäftigten sind gerechtfertigt und ihr Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen durch Streik ein Grundrecht.
Wir fordern Sie, unsere ärztlichen Kolleg*innen, daher auf: Setzen Sie sich für die Beschäftigten ein und halten Sie ihnen den Rücken frei!
Auch Ärzt*innen müssen das Streikrecht der Pflege respektieren und ermöglichen, soweit keine Gefahr für Patient*innen besteht. Behandlungen können verschoben werden, auch wenn dies für Patient*innen zunächst ärgerlich scheint. Auch wir sind potentielle Patient*innen. Am Ende profitieren wir alle von verbesserten Arbeitsbedingungen in der Pflege.
Streikrecht ist unverhandelbar und kann nicht den Hierarchien im Krankenhaus unterworfen werden.
Dr. Nadja Rakowitz, Geschäftsführerin
Verein demokratischer Ärzt*innen







