Soli­da­ri­tät mit den Strei­ken­den der Vivan­tes Toch­ter-Gesell­schaf­ten

09.02.2026 - Als Ärzt*innen wis­sen wir: Im Gesund­heits­we­sen ist Team­ar­beit wich­tig und für eine gute Ver­sor­gung braucht es ein funk­tio­nie­ren­des Zusam­men­spiel aller Berufs­grup­pen. „Es kann kei­ne Ope­ra­ti­on ohne Operateur*in, aber auch nicht ohne die Rei­ni­gungs­kraft statt­fin­den, die den OP-Saal vor­her und nach­her säu­bert, und das Per­so­nal in der Zen­tral­ste­ri­li­sa­ti­on, das für jede OP sau­be­re Instru­men­te bereit­stellt. Das ist uns bewusst und des­we­gen unter­stüt­zen wir unse­re Kolleg*innen bei den Vivan­tes Toch­ter-Gesell­schaf­ten in ihren For­de­run­gen“ so Jan­ne Joost-Krü­ger, Ärz­tin in Wei­ter­bil­dung.

Aktu­ell lau­fen Tarif­ver­hand­lun­gen bei den Toch­ter­un­ter­neh­men von Vivan­tes. Die Ange­stell­ten der Töch­ter for­dern die Bezah­lung nach Tarif­ver­trag des öffent­li­chen Diens­tes und indi­rekt die Rück­über­nah­me in den Mut­ter­kon­zern, aus dem sie 2004 aus­ge­glie­dert wur­den, um Per­so­nal­kos­ten zu spa­ren. Die Beschäf­tig­ten ver­die­nen seit­dem monat­lich 300–600 Euro weni­ger als ihre Kolleg*innen, die noch nach TVöD bezahlt wer­den und sie haben schlech­te­re Arbeits­be­din­gun­gen. Dazu gehö­ren die Mit­ar­bei­ten­den der Gas­tro­no­mie, der Inhouse­lo­gis­tik, der Zen­tral­ste­ri­li­sta­ti­on, des Pati­en­ten­be­gleit­ser­vice, die Ange­stell­ten in den MVZ und Reha­kli­ni­ken, sowie Gärtner*innen, Handwerker*innen und Rei­ni­gungs­kräf­te. Seit Anfang Janu­ar gab es zwei Ver­hand­lungs­ta­ge, doch das Ange­bot von Vivan­tes liegt deut­lich unter den For­de­run­gen der Kolleg*innen. Daher fin­det heu­te am 9.2.2026 ein ers­ter Warn­streik statt.

Alle Beschäf­tig­ten im Gesund­heits­we­sen haben das Recht: Glei­cher Lohn für glei­che Arbeit! Beson­ders vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len Infla­ti­on, der stei­gen­den Mie­ten und Lebens­mit­tel­kos­ten.

Zudem ist die Belas­tung der Ange­stell­ten im Gesund­heits­sys­tem sehr hoch – nicht erst seit der Covid-Pan­de­mie. Arbeits­ver­dich­tung und Per­so­nal­kür­zun­gen sind seit vie­len Jah­ren die Ant­wort der Kran­ken­häu­ser auf das inzwi­schen zu Recht in die Kri­tik gera­te­ne Fall­pau­scha­len-Finan­zie­rungs­sys­tem. Die­se Über­las­tung und schlech­te Arbeits­be­din­gun­gen haben in den letz­ten Jah­ren zu einem ste­ti­gen Abwan­dern von Per­so­nal aus dem Gesund­heits­we­sen geführt. Nur durch bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen und bes­se­ren Lohn kön­nen Beschäf­tig­te im Gesund­heits­sys­tem lang­fris­tig in ihren Beru­fen gehal­ten wer­den.

„Für ein funk­tio­nie­ren­des Kran­ken­haus und vor allem eine gute Patient*innenversorgung braucht es alle Berufs­grup­pen – von der Pfle­ge über Ärzt*innen bis hin zur Rei­ni­gungs­kraft”, so Kira von Ber­nuth, Ärz­tin in Wei­ter­bil­dung. „Wir Ärz­tin­nen und Ärz­te ste­hen des­halb hin­ter den Kolleg*innen der Töch­ter-Unter­neh­men und fin­den es rich­tig und wich­tig, dass sie sich für eine bes­se­re Ent­loh­nung ein­set­zen.”

Dr. Nad­ja Rako­witz, Pres­se­spre­che­rin des vdää*

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