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Pressemitteilung vdää: Solidarität mit streikenden Beschäftigten

„Eigentlich sollte man für diese Forderungen nicht kämpfen müssen, eine adäquate Entlohnung und ausreichend Personal um die Patient*innen zu versorgen sollten in jedem Krankenhaus gegeben sein“, meint Dr. med. Helena Mielke, Ärztin in Weiterbildung für Innere Medizin am Vivantes Klinikum Neukölln. „Wir sehen tagtäglich, wie die Unterbesetzung in der Pflege zu einer Gefährdung der Patient*innen führt und wie das Arbeitspensum die Pflegenden selbst gefährdet.“

Sie und viele Ärzt*innen bei Vivantes und Charité sind der Meinung, dass nicht der Streik, sondern der Normalbetrieb gesundheitsgefährdend ist. Sie stellen sich daher im Gegensatz zu einigen Chefärzt*innen von Vivantes ausdrücklich hinter die streikenden Kolleg*innen. Seit letzter Woche Dienstag laufen nun Sondierungsgespräche mit der Geschäftsführung von Vivantes und die Hoffnung auf ein Entgegenkommen ist groß. „Im Krankenhausbetrieb arbeitet man als Team. Es kann keine Operation ohne Operateur*in und OP-Pflege aber auch nicht ohne die Reinigungskraft stattfinden, die den OP-Saal vorher und nachher säubert und desinfiziert. Das ist uns bewusst und deswegen unterstützen wir unsere Kolleg*innen auch in ihren Forderungen“, so Dr. med. Nora Lennartz, Ärztin in Weiterbildung für Geburtsmedizin.

Gerade vor dem Hintergrund der immer noch laufenden Corona-Pandemie ist die Enttäuschung groß, dass aus den vielen solidarischen und unterstützenden Worten auch von Politiker*innen keine Taten folgen. Nicht nur die Geschäftsführung von Vivantes, sondern auch die Berliner Regierung muss endlich dafür sorgen, dass sich die Arbeitsbedingungen verbessern und dadurch das Patient*innenwohl in Berlin langfristig gesichert wird.

„Eigentlich sollten nicht nur die Angestellten auf die Straße gehen, sondern alle Einwohner*innen Berlins. Denn um deren Leben und Gesundheit geht es ja in diesen Streiks. Wir Ärztinnen und Ärzte stehen zum allergrößten Teil hinter den Streikenden und finden es richtig und wichtig, dass sich endlich etwas tut“, so Dr. med. Lennartz.

Dr. Nadja Rakowitz, Pressesprecherin

Für Rückfragen steht Dr. Nora Lennarzt gerne zur Verfügung

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