Workshop der Deutschen Plattform für Globale Gesundheit

Digitalisierung im Gesundheitswesen. Ein Wundermittel auf dem Weg zu Gesundheit für Alle?

am 9.11.2018 von 12.00 bis 16.30 Uhr in Berlin, Deutscher Gewerkschaftsbund, Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin

Inputs und Debatte

  • Digitales Panoptikum - Kontrolle aus der Distanz - Erika Feyerabend, Sozialwissenschaftlerin und Journalistin, BiosKop – Forum zur Beobachtung der Biowissenschaften
  • Digitalisierung zwischen Konzern- und Patient*inneninteressen - Manfred Fiedler, Diplomsozialwissenschaftler, Attac AG Soziale Sicherungssysteme
  • Digitalisierung im globalen Süden - Peter Grabitz, Peoples' Health Movement, European Coordinator - Universities Allied for Essential Medicines

Um vorherige Anmeldung bis zum 1.10.2018 per email wird gebeten:

Der Gesundheitssektor ist durch die fortschreitende Digitalisierung weltweit im Wandel begriffen. Die Digitalisierung beinhaltet das Versprechen für bessere Gesundheitsförderung und Behandlungschancen, Erleichterungen für Ärzt*innen und Geschäfte für Konzerne der Gesundheitswirtschaft. Kurz, sie scheint das Wundermittel für die bestmögliche Gesundheitsversorgung für alle Menschen – von Gesundheits-Apps fürs Smartphone bis zu Kostenersparnissen durch elektronische Krankenakten.

Die Deutsche Plattform für globale Gesundheit möchte in ihrem Fachworkshop die zu erwartenden Folgen einer fortschreitenden digitalen Vernetzung auf Gesundheit und die medizinische Versorgung kritisch unter die Lupe nehmen und über Chancen wie Risiken mit Ihnen diskutieren. Wie verändert, erleichtert oder erschwert die Digitalisierung den Zugang zur Gesundheitsversorgung, zu gesunden Lebensverhältnissen? Inwieweit verändert sich unser Gesundheits- und auch unser Krankheitsverständnis?

Wir wollen folgenden Fragen im Einzelnen nachgehen:

Welche Folgen hat der strukturelle Ausbau von Wissensvorsprüngen und Datenbanken? Zu fragen ist auch danach, ob Menschen durch mehr technische Daten tatsächlich bessere Chancen auf ein gesundes Leben bekommen können. Welche neuen Geschäftsmodelle werden durch das Sammeln und Auswerten von gigantischen personalisierten medizinischen Datenbeständen möglich? Beeinflussen diese, das Datensammeln, die Datenbestände wie die Geschäftsmodelle, unser Verständnis von Gesundheit und Krankheit? Sind die mit Big Data verbundenen Gefahren von Kontrolle und Abhängigkeit ausschließlich ein Problem der Industrienationen oder auch für die Armutsbevölkerung der Welt? Welche Interessen haben oder entwickeln die Akteur*innen des Gesundheitswesens angesichts dieser neuen Möglichkeiten?

Das Thema gilt es also auf mehreren Ebenen zu betrachten. Gerade für Länder, in denen kein flächendeckendes Gesundheitssystem existiert, verspricht die Digitalisierung mit E-Health neue und bessere Versorgungsstrukturen möglich zu machen. Gleichzeitig droht sich ein biomedizinisches Krankheits- und Menschenbild weiter zu etablieren, das auf algorithmische Berechenbarkeit und Kontrollierbarkeit, auf Medikalisierung und Individualisierung eines gesundheitlichen Risikomanagement basiert. Strukturelle Verbesserungen wie sie ein Public Health bzw. Primary Health-Care Konzept vorsieht, könnten dabei mehr und mehr in den Hintergrund geraten. Was treibt die Digitalisierung voran: das Bedürfnis nach sozialer Gerechtigkeit oder das nach Anlagemöglichkeiten im globalen Gesundheitsmarkt?  Wie lässt sich digitale Teilhabe und Gerechtigkeit im Sinne von Public-Private Ownership denken? Welche ethischen Grundsätze müssen hierfür gewahrt werden?


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Gesundheit braucht Politik
Zeitschrift für eine soziale Medizin
wird vom vdää herausgegeben und beschäftigt sich mit aktuellen berufs- und gesundheitspolitischen Themen.

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